Gedanken zum Pfoten-Pfad

Der Brocken: eine Geschichte über Führung, die keine Kraft braucht

Eckard Wulfmeyer • 27. August 2026

Von Eckard Wulfmeyer, Pfoten-Pfad  ·  Lesedauer: ca. 21 Minuten

Mit dem Hund auf dem Brocken
Der Brocken, 1142 Meter über dem Meeresspiegel. Symbolbild von einer unserer eigenen Wanderungen dort oben.

Der Traum und die zwei Hindernisse

Es gibt Träume, die man niemandem erzählt, weil man selbst nicht daran glaubt, dass man sie sich nehmen darf. Herberts Traum war so einer. Mit seinem Hund Balou auf den Gipfel des Brockens wandern, 1142 Meter über dem Meeresspiegel, der höchste Berg Norddeutschlands, weit über die Baumgrenze hinaus, dorthin, wo der Wald aufhört und nur noch Himmel ist. Er trug diesen Traum lange mit sich herum, so wie man etwas mit sich herumträgt, von dem man ahnt, dass es einem selbst am meisten im Weg steht.

Zwei Dinge standen zwischen ihm und diesem Gipfel. Das eine war sichtbar, das andere nicht.

Sichtbar war die Armprothese, Folge eines Unfalls. Mit ihr konnte er eine Gabel halten, ein Glas, eine Türklinke. Seinen Hund konnte er damit nicht halten. Jeden Tag, wenn er Balou an die Leine nahm, erinnerte ihn das daran, was er nicht mehr konnte.

Unsichtbar, und deshalb viel schwerer zu tragen, war etwas anderes. Herbert konnte nicht Nein sagen. Das hatte ihm niemand beigebracht, es war ihm anerzogen worden, über Jahrzehnte, so lange, bis es sich nicht mehr wie eine Angewohnheit anfühlte, sondern wie er selbst.

Die gemeinsamen Spaziergänge waren längst kein Vergnügen mehr. Balou zog, riss, es wurde zu einem Tauziehen, bei dem Herbert jederzeit hätte stürzen können. Balou sprang, bellte fremde Hunde an, stellte sich auf die Hinterbeine, sobald jemand in Sichtweite kam. Und mit jedem missglückten Spaziergang wurde der Brocken für Herbert ein Stück unerreichbarer, der Zweifel immer lauter.

Nach einer kurzen Internetsuche fand er uns. Wenige Tage später saß er bei uns im Seminar, mit einer Mischung aus Hoffnung und der leisen Angst, dass auch das nichts ändern würde.


Warum ein Ziel die Grundlage von Führung ist

Bevor wir überhaupt zur Leine kamen, sprachen wir über das Ziel selbst.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen zum Führen ist es, ein Ziel zu haben, etwas Erreichbares, auf das man hinarbeiten kann. Durch ein gesetztes Ziel und die eigene Überzeugung, es zu erreichen, können selbst die kleinsten und schwächsten Mitglieder einer Gruppe die größeren und stärkeren überzeugen, mitzuziehen. In der Wirtschaft wüssten Mitarbeiter ohne klare Ziele nicht, in welche Richtung sie ihre Arbeit lenken sollen. Selbst die Domestikation des Hundes lässt sich als eine solche Partnerschaft lesen, entstanden aus einem gemeinsamen Ziel zwischen Wolf und Mensch. Ohne Ziel ist Erfolg nicht messbar. Und ohne Ziel ist Entwicklung nicht möglich.

Ich fragte Herbert, was sein Ziel sei. Er zögerte, als müsse er sich selbst erst die Erlaubnis geben, es laut auszusprechen. Dann sagte er es doch. Den Brocken hinauf, mit Balou. Man merkte ihm an, wie ungewohnt es für ihn war, etwas für sich selbst zu wollen und das auch noch zu sagen.

Sein Ziel war jetzt ausgesprochen, glasklar. Der Weg dorthin war damit noch lange nicht klar, und mit Weg meine ich nicht den Wanderweg. Ich meine die Frage, ob es Herbert gelingen würde, seinen Hund den Berg hinaufzuführen, ohne sich selbst und seine Umwelt in Gefahr zu bringen.


"Vorne gucken, gehen!"

Lisa nahm sich Balou zuerst vor, ohne Herbert. Sie wollte ihn einfach mal kennenlernen, und sie zeigte Herbert, was Führung eigentlich bedeutet, und dass es dabei völlig egal ist, wie groß und kräftig der Hund ist. Nicht körperliche Stärke ist an diesem Punkt gefragt, sondern Überzeugung ist es. Sie füllte die drei Worte "Vorne gucken, gehen!" mit Inhalt, mit einer Botschaft und mit einer Bedeutung. In diesem Fall bedeuteten sie: Du folgst mir, und du achtest auf mich, das ist mein Ziel.

Dann war Herbert an der Reihe. Ich sah ihm an, wie schwer ihm dieser erste Schritt fiel, nicht der Schritt mit dem Fuß, sondern der Schritt im Kopf. Einfach loszugehen, ohne sich nach Balou umzudrehen, ohne zu prüfen, ob er folgte, ohne die alte Gewissheit, dass er nachgeben müsse, sobald der Hund zog. Das war für Herbert nicht irgendeine Übung, es war die erste Situation seines Lebens, in der er entscheiden sollte, ohne vorher zu fragen, ob das in Ordnung sei.

Er ging trotzdem. Er probierte nicht, er ging einfach.

Und Balou verstand sofort. Das ist das Gesetz der Resonanz. Jede Veränderung am Menschen führt unmittelbar zu einer Veränderung am Hund. Es dauerte keine zwanzig Minuten, dann ging Balou einfach mit, ohne zu zerren, ohne stehenzubleiben. Ich beobachtete Herberts Gesicht in diesen zwanzig Minuten. Am Anfang war da Anspannung, dann Unglauben, dann, ganz langsam, so etwas wie Erlaubnis. Als hätte ihm gerade jemand gesagt, dass er das durfte. Ich bestärkte ihn darin, dass es nun einfach mal um ihn gehen durfte, er keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer nehmen musste, nicht jetzt und nicht hier.

Was hier passierte, lässt sich wissenschaftlich erfassen. Hunde lesen die feinsten körperlichen Signale ihres Menschen: Haltung, Atmung, Muskelspannung, lange bevor ein Wort fällt. Ein Mensch, der innerlich ein Ziel in sich trägt, bewegt sich anders als einer, der nur reagiert. Balou reagierte nicht auf ein Kommando. Er reagierte auf einen Menschen, der sich in diesem Moment tatsächlich verändert hatte.

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Das Fahrrad und die Angst vor einem Sturz

Bei den Hundebegegnungen bemerkte Lisa etwas anderes. Sie sprach mit Herbert über Balous Tagesablauf und bestätigte ihre Vermutung: Balou bewegte sich zu wenig. Für einen großen, kräftigen Hund war Radfahren eine naheliegende Lösung, um Energie abzubauen, statt sie in Leinenkämpfen zu entladen. Ohne dieses Ventil wäre die neue Gelassenheit nicht von Dauer gewesen.

Herbert bekam bei dem Gedanken große Augen. Ich sah, wie sein Blick für einen Moment ins Leere ging, und ich wusste, was in ihm ablief. Er sah sich schon stürzen, sich überschlagen, mit einer einzigen Hand, die nichts abfangen konnte, blaue Flecken, gebrochene Knochen. Diese Angst war nicht albern. Sie war real und begründet, gemessen an dem, was er körperlich zu verlieren hatte, was er nicht wieder gutmachen konnte. Ich sah in seinem Gesicht auch den Impuls, einfach Nein zu sagen. Nicht heute, vielleicht ein anderes Mal, ich mache das bestimmt mal. Diese Ausrede hätte für jeden anderen völlig plausibel geklungen.

Wir halfen ihm auf zwei Arten. Zuerst mit dem Dogrunner*, einem gefederten Hilfsgestell am Fahrrad, das plötzliche Ausbrüche eines Hundes in jede Richtung abfängt. In all den Jahren haben wir damit noch keinen Sturz erlebt. Die zweite Hilfe war Lisa selbst. Sie leinte Balou an, setzte sich aufs Rad, schaute nach vorn und fuhr los, damit Herbert mit eigenen Augen sah, dass es funktionieren konnte, bevor er es selbst wagen musste. Die ersten hundert Meter waren holprig, dann machte es Klick in Balous Kopf, und er lief mit, sichtlich mit Freude, hüpfend zwischendurch. Dort, wo eine läufige Hündin eines Landwirtes eine Duftmarke hinterlassen hatte und Balou abrupt bremste, fing die Feder des Dogrunners die Wucht ab. Lisa kam ohne Sturz zum Stehen, fuhr sofort weiter, rief ihm zu: "Jetzt ist Fahrradzeit, nicht Schnüffelzeit."

Dann war Herbert an der Reihe. Die ersten Meter waren langsam, dadurch wacklig, gefährlich sogar, genau das, wovor er sich gefürchtet hatte. "Gib Gas, du bist zu langsam, du musst schneller fahren", rief Lisa. Und hier lag die eigentliche Zumutung. Er sollte genau das Gegenteil dessen tun, was sich sicher anfühlte. Er beschleunigte trotzdem, gegen jeden Instinkt, der ihm sagte, langsamer sei sicherer.

Sofort lief Balou flüssiger, ordnete sich neben dem Rad ein. Es war ein harmonisches Bild.

Nach einigen Minuten kam Herbert zurück. Ich sah sein Gesicht, bevor er ein Wort sagte, und ich kannte diesen Ausdruck von anderen Momenten in meinem Leben, in denen Angst sich in Sekunden in etwas völlig anderes verwandelt. Er strahlte Balou an und sagte: "Ich glaube, wir beide haben ein neues Hobby!"

Ich erklärte ihm danach, dass es beim Radfahren nicht darum geht, den Hund bis zur Erschöpfung auszupowern, sondern ihm zu helfen, seine tägliche Energie zu kanalisieren. Ein gesundes körperliches Gleichgewicht ist Voraussetzung für geistige Stabilität, bei Hund und Mensch gleichermaßen. Lisa zeigte ihm außerdem ein Bauchgeschirr, damit seine Hand frei blieb, und tauschte später das Führgeschirr gegen ein Halsband. Ein Hund kann über ein Geschirr deutlich mehr Kraft auf die Leine übertragen als über ein Halsband, und das wäre für Herbert gefährlicher gewesen. Oder wie Lisa es zu sagen pflegt: Geschirre sind zum Ziehen da, Halsbänder zum Laufen.


Warum Herbert nicht Nein sagen konnte

Das war der Punkt, an dem die eigentliche Arbeit erst begann. Alles davor war Vorbereitung.

Indem er mit unerschütterlicher Entschlossenheit vorwärts marschierte, " Vorne gucken, gehen!", zeigte Herbert seinem Hund, dass er es ernst meinte mit dem Satz: Du folgst mir. Für die meisten Menschen ist das eine Übung für einen Nachmittag. Für Herbert war es der Versuch, gegen eine Stimme anzugehen, die schon seit Jahrzehnten in seinem Kopf saß und die er nie infrage gestellt hatte.

Er hatte gelernt, sich um andere zu kümmern. Erst um seine Eltern, dann um seine Familie, seine Arbeitskollegen, immer als Erster zur Stelle, wenn jemand Hilfe benötigte. Wenn seine Frau ihm vorhielt, er habe doch gewusst, dass sie etwas geplant hatten, weil er frei hatte, widersprach er nicht, wenngleich er es anders erlebt hatte. Er konnte seinen Kindern an der Kasse keine Süßigkeit abschlagen. Und er konnte, das war fast das Bezeichnendste an der ganzen Geschichte, nicht einmal seinem eigenen Hund widerstehen, wenn es darum ging, ein Stück Kuchen zu teilen. Selbst gegenüber einem Tier hatte er verlernt, eine Grenze zu ziehen.

Was macht das mit einem Menschen, über so viele Jahre nie Vorrang zu haben, nicht einmal in den kleinsten Dingen? Es frisst sich ein. Es wird zu einer Gewissheit, die man nicht mehr hinterfragt: Meine Wünsche kommen zuletzt. Und irgendwann glaubt man das so vollständig, dass man aufhört, überhaupt noch zu merken, dass man etwas will.

Jetzt sollte sich genau das ändern, mitten in einem Wald im Cuxland, mit einem Hund an der Leine. Herbert wusste, dass dieses Muster sich ändern musste. Die schnellen Fortschritte mit Balou gaben ihm etwas, das er lange nicht gespürt hatte: den Beweis, dass er tatsächlich etwas bewirken konnte, wenn er es zuließ. Genau das beschreibt die Psychologie mit dem Begriff Selbstwirksamkeit, das Gefühl, durch eigenes Handeln wirklich etwas zu verändern. Jeder kleine Erfolg, das ruhige Gehen, das gelungene Radfahren, war für Herbert ein Beweis, den er sich selbst lieferte, gegen eine innere Stimme, die ihm sein ganzes Leben lang das Gegenteil gesagt hatte. Und dieser Beweis gab ihm die Kraft, sich an die viel ältere, viel schmerzhaftere Aufgabe heranzuwagen, die eigentlich nichts mit Balou zu tun hatte und doch alles.

Das kostete ihn etwas. Man sah es ihm an, wenn er versuchte, hart zu sich selbst zu sein, den emotionalen Schmerz auszuhalten, der damit einherging, sich selbst zum ersten Mal wichtig zu nehmen. Es war kein leichter Weg. Aber es war seiner.

Vielleicht ist dir während dieser Zeilen schon jemand eingefallen. Ein Vater, ein Kollege, eine Freundin, die genau wie Herbert nie Nein sagen kann, weder im Leben noch gegenüber dem eigenen Hund. Schick dieser Person diesen Artikel, nicht als Belehrung, sondern als Beweis, dass es geht. Leite ihn jetzt per WhatsApp weiter oder teile ihn über die sozialen Medien.

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Darf er das, oder darf er das nicht?

Balou wusste inzwischen, dass er beim Gehen auf Herbert zu achten hatte. Jetzt ging es darum, dass er auf Dauer begriff, was erlaubt war und was nicht, dass er lernte, sich in der Öffentlichkeit zu benehmen, brav, ohne aufzufallen.

Wir schickten Herbert immer wieder ein Stück Weg entlang, etwa dreihundert Meter, mit der Anweisung, an einem bestimmten Punkt umzudrehen. Nach ein paar Durchgängen lief Balou zuverlässig an durchhängender Leine. Dann kamen wir ihm mit einem unserer eigenen Hunde entgegen. Ich beobachtete Herbert schon von Weitem, und ich sah es kommen, bevor es passierte. Der Arm mit der Leine, der eben noch entspannt hing, zog sich langsam nach oben, Zentimeter für Zentimeter, je näher wir kamen. Die Angst kroch zurück in seinen Körper, lange bevor sein Kopf es zugegeben hätte. Wenige Meter vor uns geschah, was geschehen musste. Balou sprang in die Leine, bellte uns entgegen. Eine klare Aussage: Ich regel das hier, weil du es gerade nicht tust.


Singen gegen die Angst

Ich sprach kurz mit Herbert, dann marschierten wir los, Balou links neben ihm. Und dann fingen wir an zu singen. Wir lagen vor Madagaskar, aus vollem Hals, in schöner, schriller Disharmonie. Es muss absurd ausgesehen haben, zwei erwachsene Männer, die singend an einem provozierenden Hund vorbeimarschieren. Genau das war der Punkt. Wer singt, kann keine Angst gleichzeitig in voller Lautstärke im Kopf haben, dafür ist einfach kein Platz.

An der markierten Stelle drehten wir um, liefen wieder auf Lisa mit ihrem Hund zu, und ich ermutigte Herbert, weiter nach vorn zu schauen, dorthin, wo sein Auto stand, während wir weitersangen. Wir gingen an Lisa und ihrem Hund vorbei, als wäre es das Normalste der Welt. Es war das Normalste der Welt. Nur eben nicht in Herberts Vorstellung, die noch bis vor wenigen Minuten von Katastrophen erzählt hatte.

Er konnte es kaum fassen, wollte aber sofort wieder loslaufen, mit einer Ungeduld, die ich bis dahin nicht an ihm gesehen hatte. Wieder sangen wir, wieder gingen wir vorbei, wieder klappte es. Wir hielten kurz an, denn in seinem Kopf rotierte es sichtlich. Was war da gerade passiert? Das Hochziehen des Arms war Angst gewesen. Und eines der wirksamsten Mittel gegen Angst ist, den Körper mit etwas anderem zu beschäftigen, als sie zu füttern. Singen. Auf diese Weise durchbrach er ein Muster, das ihn vermutlich sein ganzes Leben begleitet hatte, ohne dass er es je so genannt hätte.

Wir liefen den Weg mehrfach auf und ab. Immer wieder kam uns Lisa mit einem anderen Hund entgegen. Manche interessierten sich nicht für die Begegnung, andere versuchten, Balou zum Spielen zu animieren. Mit jedem Durchgang sangen wir leiser, bis wir irgendwann verstummten und einfach nur noch gingen. Die Stille war jetzt kein Zeichen von Angst mehr. Sie war ein Zeichen von Ruhe.


"Lass das! Ich will das nicht mehr!"

Dann kam uns Lisa mit einem großen, sehr selbstbewussten Hund entgegen. Schon von Weitem hob er den Kopf, spitzte die Ohren, begann zu bellen. Lisa ließ es zu, absichtlich, sie wollte Herbert eine letzte, härtere Prüfung geben.

Ich sah, wie Herbert für einen Wimpernschlag langsamer wurde. Nur einen einzigen Moment, aber es reichte. Sofort übernahm Balou, drängte nach vorn, hing in der Leine, gebärdete sich wie zu Beginn dieses Tages. Alte Muster warten nicht lange auf eine Gelegenheit.

Und dann geschah etwas, das ich in dieser Klarheit selten erlebt habe. Herbert stampfte intuitiv mit dem Fuß auf und rief, nicht geübt, nicht einstudiert, sondern aus einer ehrlichen Tiefe heraus, die ihm selbst überraschend vorgekommen sein muss: "Lass das! Ich will das nicht mehr!"

Man merkte ihm an, wie ehrlich dieser Moment war. Und genau diese Ehrlichkeit ließ Balou augenblicklich innehalten. Ich muss gestehen, an der Stelle seines Hundes hätte ich wahrscheinlich auch aufgehört, so viel Willenskraft trat in diesem Augenblick aus Herbert heraus.

Was hier den Unterschied machte, war nicht die Lautstärke. Es war die Kongruenz zwischen dem, was Herbert sagte, und dem, was er in diesem Moment tatsächlich fühlte. Ein Hund reagiert auf Echtheit weit stärker als auf jede noch so gut einstudierte Anweisung. Balou hatte in den Tagen zuvor viele Versuche erlebt. Diesen einen Moment erkannte er als etwas völlig anderes.

Ich glaube, in diesem Moment hat nicht nur Balou etwas erkannt. Ich glaube, Herbert hat in diesem Moment zum ersten Mal in seinem erwachsenen Leben gehört, wie er selbst klingt, wenn er wirklich meint, was er sagt.

Wir gingen weiter, drehten um, liefen wieder an Lisa und ihrem Hund vorbei, redeten über sein Lieblingsessen, Balou lief einfach vorbei, unbeeindruckt. Nach einer Weile blieben wir schließlich stehen, direkt gegenüber von Lisa und ihrem weiterhin provozierenden Hund. Herbert schaute zu Balou und gab die Anweisung, sich zu setzen. Balou setzte sich. Das Theater an der anderen Leine interessierte ihn nicht mehr.

Für Herbert war das in diesem Moment unfassbar. Monate, Jahre hatte er von genau diesem Bild geträumt, ohne zu wissen, ob es je Wirklichkeit werden würde. Ich sah, wie seine Augen feucht wurden, und ich sah, wie er es nicht wegwischte, sondern einfach stehen ließ.

Solange Herbert mit dieser Entschlossenheit durch sein Leben geht, wird das so bleiben. Das ist das Gesetz der Resonanz. Jede Veränderung an dir führt zu einer Veränderung an deinem Gegenüber. Immer.


Der Gipfel

Herbert verschwendete keine Zeit. Er wollte nicht abwarten, nicht beobachten, nicht erst noch einmal üben. Direkt nach dem Seminar fuhr er in den Harz, mit einer Dringlichkeit, die ich gut verstehen konnte. Wer jahrelang auf etwas gewartet hat, will es nicht noch einen Tag länger aufschieben, sobald es endlich möglich scheint.

Was genau zwischen ihm und Balou auf diesem letzten Weg zum Gipfel geschah, das weiß nur er. Ich kann es mir vorstellen, den Wind, der über die Baumgrenze hinweg immer schneidender wird, die letzten Meter über nacktes Geröll, Balou an lockerer Leine neben ihm, ohne Ziehen, ohne Kampf, nur zwei, die zusammen einen Berg hinaufgehen.

Lisa mit ihren Hunden auf dem Brocken
Der letzte Weg zum Gipfel. Auch dieses Bild stammt von uns, nicht von Herbert und Balou selbst, aber es zeigt genau das Gefühl, das er an diesem Tag gehabt haben muss.

Am Freitagabend erreichte uns ein Foto. Herbert und Balou, oben auf dem Gipfel des Brockens, die Aussicht vor sich, weit über Norddeutschland. Ich habe dieses Foto lange angeschaut. Es zeigt keinen besonderen Moment auf den ersten Blick, nur einen Mann und seinen Hund vor einer Landschaft. Aber ich wusste, was in diesem Bild steckte. Jahre eines Traums, den er niemandem zu erzählen wagte. Eine Prothese, die ihm gezeigt hatte, was er nicht mehr konnte. Und eine Stimme in seinem Kopf, die ihm sein Leben lang gesagt hatte, er dürfe nicht wollen, was er wollte, bis er an einem gewöhnlichen Wochenende bewies, dass diese Stimme unrecht hatte.

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Was das für dich bedeutet

In den vergangenen fünfundzwanzig Jahren habe ich Menschen kennengelernt, die im Rollstuhl saßen, die durch Multiple Sklerose körperlich eingeschränkt waren, die mit Burnout oder Depressionen kämpften. Jeder von ihnen trug seine eigene Version von Herberts Prothese, sichtbar oder unsichtbar. Und jeder von ihnen war in der Lage, seinen Hund durchs Leben zu führen, sobald er aufhörte, auf die Erlaubnis von irgendjemand anderem zu warten.

Ich hoffe, mit dieser Geschichte all jene zu erreichen, die an ihrer eigenen Fähigkeit zu führen zweifeln, die eine eigene Stimme im Kopf mit sich tragen, die ihnen sagt, sie dürften nicht. Ja, du kannst es. Und der erste Schritt beginnt nicht auf einem Gipfel. Er beginnt auf einem ganz gewöhnlichen Weg, dreihundert Meter lang, hin und zurück.

Wenn dich diese Geschichte angesprochen hat, und du auch deinen eigenen Weg mit deinem Hund finden willst, dann schau dir unsere Seminare an. Fünf Tage, echtes Leben, dein Hund dabei.

Zu den Seminaren

Eckard Wulfmeyer ist Mentalcoach und Verhaltensanalyst sowie Gründer des Pfoten-Pfads in Stinstedt. Er begleitet Hundehalter dabei, ihren eigenen Weg mit ihrem Hund zu finden, fern von Methoden und Gebrauchsanweisungen.

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Der Wunsch, dem Hund alles zu geben, alles offenzuhalten, nichts zuzumuten, was unangenehm sein könnte. Konflikte vermeiden. Klare Regeln meiden. Auseinandersetzungen umschiffen. Und wenn das alles zu anstrengend wird, lagert man einen Teil der Beschäftigung einfach aus: an YouTube-Videos, an Intelligenzspiele, an Hundedaycare, an Gadgets, die den Hund unterhalten sollen, während man selbst etwas anderes tut. Das klingt fürsorglich, ist aber das Gegenteil davon. Echte Empathie entsteht in echter Interaktion. Sie entsteht dadurch, dass zwei Wesen aufeinandertreffen, unterschiedliche Bedürfnisse haben, und lernen, damit umzugehen. Dass es Reibung gibt, Grenzen, Momente, in denen das eine dem anderen etwas zumutet. Genau diese Reibung fehlt immer öfter. Und ohne Reibung kein Wachstum, weder beim Hund noch beim Menschen. Der Neurowissenschaftler Michael Merzenich hat in jahrzehntelanger Forschung zur Neuroplastizität gezeigt, dass Gehirne sich durch Herausforderungen entwickeln, nicht durch Komfort. Was nicht gefordert wird, bildet sich zurück. Was keine Grenzen erfährt, findet keine Form. Das gilt für Menschen. Und es gilt für Hunde. Was passiert, wenn ein Hund keine Grenzen kennt Aus der Entwicklungspsychologie wissen wir seit den Arbeiten von Jean Piaget und später Erik Erikson, dass Grenzerfahrungen für die Identitätsentwicklung zentral sind. An Grenzen erfährt ein Lebewesen: Das bin ich, und das bin ich nicht. Hier gehöre ich dazu (Familie), und dort sind die anderen. Dieses Wissen um die eigene Identität, das eigene Selbstkonzept, entsteht nicht im Vakuum. Es entsteht in der Auseinandersetzung. Was passiert mit einem Hund, dem diese Auseinandersetzung systematisch erspart wird? Er bleibt auf der Suche. Auf der Suche nach sich selbst, nach Orientierung, nach dem Punkt, an dem jemand sagt: Bis hier und nicht weiter. Und weil er diesen Punkt bei seinem Menschen nicht findet, sucht er ihn woanders. Bei anderen Hunden. Bei Fremden. Beim Paketboten. Beim Nachbarshund durch den Zaun. Das, was wir dann als Aggression, als Pöbeln, als Unberechenbarkeit bezeichnen, ist in Wirklichkeit oft etwas anderes: ein Hund, der verzweifelt nach Struktur sucht, weil er zu Hause keine findet. Diese Hunde wirken nicht glücklich, sie wirken rastlos, angespannt, nie wirklich bei sich. Sie haben alles, und es reicht nicht. Sie sind seelisch hungrig, trotz vollem Napf, trotz Kissen und Quietschtiersortiment. Du möchtest unseren WhatsApp-Newsletter empfangen und auf dem Laufenden bleiben über unsere exklusiven Veranstaltungen, neue Blogbeiträge und Informationen aus erster Hand? Dann melde dich unkompliziert bei unserem WhatsApp-Newsletter an. Einfach auf den Button -> WhatsApp-Newsletter tippen und in Zukunft nichts mehr verpassen. Ein realer Fall: Der Hund, der alles hatte und nichts wollte Ich erinnere mich an eine Frau, die mit ihrem Labrador zu mir ins Seminar kam. Der Hund war fast zwei Jahre alt, bestens versorgt, täglich zweimal ausgedehnte Spaziergänge, abends Agility, am Wochenende Mantrailing. Er hatte Beschäftigung ohne Ende. Und er war miserabel zu führen. Er ignorierte seinen Rückruf, zog an der Leine, schoss auf andere Hunde zu, nicht aggressiv, aber mit einer Intensität, die seine Halterin regelmäßig von den Beinen riss. Sie hatte drei Hundeschulen hinter sich, zwei Einzeltrainer, einen Online-Kurs über Impulskontrolle. Am Ende machte sie selbst für ihren Hund einen Kurs zur Hundetrainerin. Mit dem Erfolg, das sie nun vor mir stand. Als ich sie fragte, ob sie sich vorstellen könne, einfach einmal einen ganzen Tag nichts Besonderes mit ihm zu machen, kein Training, kein Agility, kein Mantrailing, einfach nur leben, schaute sie mich an, als hätte ich ihr etwas Ungeheuerliches vorgeschlagen. "Aber er braucht doch Beschäftigung", sagte sie. "Er wird sonst unruhig." Genau das war der Punkt. Der Hund war nicht unruhig, weil er zu wenig Beschäftigung hatte. Er war unruhig, weil seine Halterin glaubte, er brauche ständig Beschäftigung. Diese Erwartungshaltung, dieses ständige Kreisen der Gedanken um den Hund, hatte sich auf ihn übertragen. Er spürte, dass da immer etwas passieren musste. Und also wartete er immer auf das nächste Etwas, anstatt einfach da zu sein. Am dritten Seminartag ließ ich sie mit ihm einfach nur durch den Wald laufen. Kein Ziel, kein Training, keine Aufgabe. Sie sollte geradeaus gehen und an irgendetwas anderes denken. An den Einkaufszettel. An das Gespräch mit ihrer Schwester. An was auch immer. Nur nicht an den Hund. Nach zwanzig Minuten lief der Hund ruhig an ihrer Seite, schnüffelte entspannt am Wegrand und schaute gelegentlich zu ihr hoch. Nicht aufgeregt. Nicht fordernd. Einfach dabei. Sie hatte Tränen in den Augen. Es gibt Menschen, die ihren Hund einfach überallhin mitnehmen. In die Stadt, ins Café, zum Markt, in den Urlaub. Nicht weil ihr Hund perfekt trainiert ist, sondern weil sie verstanden haben, was einen Hund wirklich alltagstauglich macht. Was das ist und wie das geht, habe ich in meinem Buch "So kannst du deinen Hund überallhin mitnehmen" beschrieben. Respekt ist keine Einbahnstraße Es gibt Länder, in denen Hunde genauso viel Zeit mit ihren Menschen verbringen wie hier, genauso viel Zuneigung bekommen, genauso geliebt werden. Und trotzdem verhalten sie sich anders. Ruhiger. Klarer. Weniger auf der Suche. Der Unterschied ist nicht die Menge der Zuwendung. Der Unterschied ist, dass diese Zuwendung mit einer klaren Gegenleistung verbunden ist. Geben und Nehmen. Das nennt sich Respekt. Und Respekt ist etwas, das kann man sich nicht kaufen. Das kann man nicht trainieren. Es ist etwas, das man sich beim Gegenüber verdienen muss, durch Konsequenz, durch Authentizität, durch die Bereitschaft, eine klare Haltung einzunehmen und dabei zu bleiben. Der dänische Pädagoge und Familientherapeut Jesper Juul hat in seinem Werk "Dein kompetentes Kind" (1995) beschrieben, wie Kinder, die ohne klare Grenzen aufwachsen, nicht freier werden, sondern orientierungsloser. Sie haben mehr Optionen, aber weniger innere Sicherheit. Mehr Freiheit im äußeren Sinne, aber weniger Freiheit im inneren Sinne, weil sie nie gelernt haben, wer sie sind und wo sie hingehören. Was Juul über Kinder schreibt, gilt in bemerkenswerter Weise auch für Hunde. Ein Hund, dem niemand zeigt, wo seine Grenzen liegen, ist kein freier Hund. Er ist ein suchender Hund. Sich nichts gefallen lassen Hier möchte ich etwas sagen, das in der heutigen Hundeszene fast niemand mehr laut ausspricht: Du hast das Recht, dir von deinem Hund nicht alles gefallen zu lassen. Nicht das Anspringen, das Zerren, das Ignorieren, das Anpöbeln anderer, das Beißen. Nicht das Mobbing, denn ja, auch Hunde können ihre Menschen mobben, und es passiert öfter als man denkt. Wir fangen keinen Ärger an, aber wir beenden ihn. Ein Hund, der sich asozial verhält, verhält sich asozial. Das ändert sich nicht dadurch, dass er zuhause lieb und kuschelig ist. Und es ändert sich auch nicht durch das nächste Leckerli, das nächste Training, den nächsten Kurs. Es ändert sich, wenn du aufhörst, es zu dulden. Den meisten Hundehaltern fehlt dabei nicht der soziale Kompass. Der ist meistens tadellos geeicht. Was ihnen fehlt, ist der Glaube an sich selbst, seine Wirksamkeit und das Vertrauen in die eigenen Mittel . Die Überzeugung, dass sie das dürfen. Dass sie keine Erlaubnis brauchen. Dass ihre Grenze ihre Grenze ist, auch gegenüber ihrem Hund. Selbsttest: Verwöhnst du deinen Hund in die Orientierungslosigkeit? Beantworte diese fünf Fragen ehrlich. 1. Vermeidest du Konflikte mit deinem Hund? Wenn dein Hund etwas tut, das dir nicht passt, sagst du es klar? Oder umschiffst du die Situation, lenkst ab, wartest, bis es vorbeigeht? Wie oft gibst du nach, nur um den Frieden zu wahren? 2. Ist dein Hund ständig beschäftigt? Glaubst du, dass dein Hund Beschäftigung braucht, um ausgeglichen zu sein? Hast du das Gefühl, dass du dir schuldig bist, wenn du einen Tag lang nichts Besonderes mit ihm machst? Kannst du einfach nur leben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? 3. Wie reagiert dein Hund, wenn er Grenzen erfährt? Wenn du deinem Hund etwas verbietest, wie reagiert er? Akzeptiert er es? Eskaliert er? Testet er, ob du es ernst meinst? Und gibst du nach, wenn er protestiert? 4. Sucht dein Hund ständig nach Reibung? Pöbelt er andere Hunde an? Reagiert er übermäßig auf Fremde? Ist er selten wirklich entspannt, immer auf dem Sprung? Das kann ein Zeichen sein, dass er zuhause die Grenzen und Strukturen nicht findet, die er sucht. 5. Ist dein Hund wirklich zufrieden? Nicht beschäftigt. Nicht versorgt. Zufrieden. Gibt es Momente, in denen er einfach nur da ist, ruhig, entspannt, bei sich? Oder ist er immer in Bewegung, immer auf der Suche, nie wirklich angekommen? Auswertung: Wenn du bei mehreren Fragen ins Stocken geraten bist, dann zeigt dir das nicht, dass du ein schlechter Hundehalter bist. Es zeigt dir, dass du deinen Hund sehr liebst und ihm alles geben willst. Das ist keine schlechte Eigenschaft. Aber Liebe ohne Klarheit ist keine Gefälligkeit für den Hund. Es ist eine Überforderung. FAQ Heißt das, ich soll meinen Hund weniger lieben? Nicht weniger lieben, sondern klarer lieben. Liebe ohne Grenzen ist für ein soziales Wesen wie den Hund keine Befreiung, sondern eine Überforderung. Dein Hund braucht deine Zuneigung und deine Klarheit. Beides zusammen. Mein Hund hat so viel Energie, er muss doch beschäftigt werden, oder? Die Frage ist, woher diese Energie kommt. Ein Hund, der innerlich zur Ruhe kommen kann, hat in der Regel weniger von dieser rastlosen, ungerichteten Energie. Viel Beschäftigung kann das Problem kurzfristig lösen, aber langfristig verstärkt es die Erwartungshaltung. Der Hund lernt: Es passiert immer etwas. Und dann wartet er ständig auf das nächste Etwas. Ich will meinen Hund nicht dominieren. Ist Klarheit nicht dasselbe wie Dominanz? Klarheit und Dominanz sind zwei verschiedene Dinge. Dominanz kommt aus dem Bedürfnis, Macht zu demonstrieren. Klarheit kommt aus der inneren Sicherheit, wer man ist und was man will. Ein Hund, der einem klaren Menschen folgt, folgt ihm nicht aus Angst, sondern aus Vertrauen. Das ist der Unterschied. Was mache ich, wenn mein Hund auf meine Grenzen nicht reagiert? Dann ist die erste Frage nicht, wie du die Grenze durchsetzt, sondern ob du die Grenze selbst glaubst. Hunde reagieren auf innere Klarheit. Wenn du dir selbst nicht sicher bist, ob du das darf oder willst, spürt dein Hund das. Die Arbeit beginnt bei dir. Mein Hund wurde aus dem Tierschutz geholt und hat viel erlebt. Gelten diese Regeln auch für ihn? Ja, gerade für ihn. Ein Hund mit schwieriger Vergangenheit braucht keinen Menschen, der auf Zehenspitzen geht und alles vermeidet, was ihn triggern könnte. Er benötigt jemanden, der stabil ist, der eine klare Haltung hat, der verlässlich ist. Struktur und Klarheit sind für einen unsicheren Hund heilsamer als jede Überfürsorge. Ist es nicht grausam, einem Hund Grenzen zu setzen? Es ist grausam, einem Hund keine Grenzen zu setzen. Nicht im dramatischen Sinne, aber in dem Sinne, dass du ihm etwas vorenthältst, das er zum Leben braucht. Orientierung. Struktur. Das Wissen, wer er ist und wo er hingehört. Ein Hund ohne Grenzen ist kein freier Hund. Er ist ein suchender Hund. Mein Hund ist schon älter, kann man da noch etwas ändern? Ja. Gehirne sind plastisch, das hat die Neuroplastizitätsforschung eindeutig gezeigt. Michael Merzenich hat nachgewiesen, dass sich neuronale Strukturen in jedem Alter durch neue Erfahrungen verändern können. Das bedarf Zeit und Konsequenz. Aber es funktioniert. Was dein Hund wirklich will Dein Hund will nicht dein Hobby sein. Er will nicht dein Projekt sein, nicht dein Therapiepartner, nicht das Zentrum, um das sich alles dreht. Er will dabei sein. Einfach dabei. Er will Abenteuer mit dir erleben, in die Welt gehen, Dinge tun. Er will einen Menschen an seiner Seite, der weiß, wohin er geht, und dem er deshalb vertrauen kann. Das bekommst du nicht durch mehr Intelligenzspiele. Das bekommst du durch Klarheit, durch Konsequenz und durch die Bereitschaft, deinem Hund zuzumuten, was das Leben eben manchmal zumutet. Geht raus mit euren Hunden. Habt Spaß. Seid keine Hasenfüße. Und erklärt ihnen nebenbei eure Regeln. Lasst sie Bestandteil eures Lebens sein, aber nicht mehr. Dann klappt das mit dem respektvollen Miteinander fast von allein. Eckard Wulfmeyer ist Mentalcoach und Verhaltensanalyst sowie Gründer des Pfoten-Pfads in Stinstedt. Er begleitet Hundehalter dabei, ihren eigenen Weg mit ihrem Hund zu finden, fern von Methoden und Gebrauchsanweisungen. Hier geht es zur Übersichtsseite der Bücher über den Pfoten-Pfad.
von Eckard Wulfmeyer 28. Mai 2026
Fast die Hälfte aller Hundehalter schätzt ihren Hund falsch ein: zu negativ. Instagram-Hunde, Hundeschulen und Vergleichswahn erzeugen verzerrte Wahrnehmung.
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