Gedanken zum Pfoten-Pfad
Wie Hunde wirklich lernen:
Warum deine Oma mehr über Hundeerziehung wusste als moderne Trainer
In diesem Artikel erfährst du:
- Warum Konditionierung nicht der einzige Lernweg ist
- Wie Kontextlernen bei Hunden funktioniert
- Was meine Mutter mit Asylanten-Kindern, geistig behinderten Kindern und Hunden gemeinsam hatte
- Warum du dich selbst verloren hast im Dschungel der Ratgeber
- 5 Selbsttests, die zeigen, wo du wirklich stehst
Die Frau, die keine Fremdsprache sprach und trotzdem verstanden wurde
Meine Mutter konnte kein Englisch, keine einzige Fremdsprache, als sie in den 90er Jahren anfing, sich sozial zu engagieren und Familien aus Südafrika und anderen afrikanischen Ländern bei der Integration half, Familien, die Asyl suchten vor der Apartheid.
Und meine Mutter sprach mit den Kindern dieser Familien genauso wie mit meinen Brüdern und mir, auf Deutsch, auf klarem, deutlichem Deutsch, und die Kinder verstanden, nicht die Worte, aber sie verstanden alles, aufgrund ihres Ausdrucks, ihrer Tonalität, ihrer Körpersprache, ihrer Klarheit. Und das Spannende war: Sie fügten sich sofort, es war ein herzliches Miteinander, kein Machtkampf, keine Verwirrung, nur Klarheit, die sich durch den ganzen Raum zog wie ein unsichtbarer Faden, der alle verband.
Später engagierte sie sich in Gruppen, mit denen sie Ausflüge mit geistig behinderten Kindern machte, und auch dort war ihr Auftreten nicht anders, genauso klar, genauso ehrlich, genauso authentisch, und es funktionierte, der soziale Umgang, das soziale Miteinander, Regeln wurden erklärt, Respektlosigkeit wurde nicht geduldet, alle waren gleich viel wert, die Würde eines jeden wurde geachtet, aber meine Mutter war am Ende diejenige, die sagte, wo es langgeht.
Und genauso ging sie mit den Hunden um. Mein Großvater war Schäfer mit zwölf Hütehunden, er redete genauso mit seinen Hunden wie mit meiner Mutter, und meine Mutter redete später genauso mit meinen Brüdern und mir wie mit den Hunden, das ging nebenbei, im Alltag, zwischen Tür und Angel, nichts Besonderes, nichts, worüber man viele Worte verlieren musste, manchmal anstrengend, ja, aber nie kompliziert. Und genau das ist der Punkt, den moderne Hundeerziehung nicht versteht.
Das Missverständnis: „Der muss doch lernen, was du von ihm willst“
Ich weiß, dass an dieser Stelle viele Hundehalter sagen werden: „Ja, aber der versteht dich doch gar nicht, der Hund muss doch lernen, was du von ihm willst, der muss doch die Kommandos lernen.“
Das ist das Übliche, was Menschen sagen, die denken, ein Hund muss trainiert und konditioniert werden, aber hier ist die Wahrheit: Im täglichen Umgang, im alltäglichen Miteinander, muss kein Hund trainiert werden, das geht nebenbei.
Ein Hund ist so fein mit seinen Sinnen, dass er deine Körpersprache, deine Mimik lesen kann, als könnte er deine Gedanken lesen, er hat das sozialkognitive Niveau eines Kleinkindes, und selbst Kleinkinder können Kontexte sehr gut verstehen, auch ohne dass sie die Sprache, die Worte, in der sie gesprochen werden, beherrschen. Meine Mutter hat mir das beigebracht, als ich ein kleines Kind war, sie sagte: „Geh mir vor den Füßen weg, sonst trete ich dir noch auf deine, dann fallen wir beide, dann haben wir beide Aua.“ Das war klar, das war eindringlich, das war deutlich, normal eben, und ich wusste Bescheid, und wenn ich das mal wieder als kleines Kind vergessen hatte, dann erinnerte sie mich eben genauso klar und deutlich nochmals daran, nicht böse, nicht genervt, einfach nur klar.
Durch solche Situationen lernte ich etwas, das nicht trainiert werden kann, etwas, das man nur durch authentisches, ehrliches, klares Auftreten erreicht: Vertrauen und Respekt.
Wie Hunde wirklich lernen: Konditionierung vs. Kontextlernen
Natürlich lernen Hunde durch Konditionierung, durch Verknüpfung, das ist unbestritten, aber sie lernen nicht nur so, sie lernen sehr viel schneller durch Erfahrung, durch Kontext, durch das Verstehen von Situationen in ihrer Gesamtheit.
Was die Wissenschaft über Kontextlernen sagt
Die Entwicklungspsychologie zeigt seit Jahrzehnten, dass Kinder nicht primär durch isolierte Reiz-Reaktions-Muster lernen, sondern durch soziales Lernen in Kontexten. Der russische Psychologe Lev Vygotsky nannte das die „Zone der nächsten Entwicklung“, lernen geschieht nicht durch Drill, sondern durch Begleitung in echten Situationen, durch jemanden, der da ist und führt, ohne zu drängen.
Albert Bandura zeigte in seinen Studien zum Beobachtungslernen, dass Kinder komplexe Verhaltensweisen durch bloßes Beobachten lernen, ohne je dafür belohnt worden zu sein, sie lesen die Situation, verstehen den Kontext, lernen durch Nachahmung und durch das Verstehen sozialer Situationen, und genau so lernen Hunde.
Die Kognitionsforschung bei Hunden, Brian Hare und Clive Wynne haben das ausführlich untersucht, zeigt, dass Hunde Meister im Lesen menschlicher Kommunikation sind, sie verstehen Gesten besser als Schimpansen, lesen Gesichtsausdrücke, interpretieren Tonalität, erfassen Kontexte mit einer Feinheit, die uns manchmal erschreckt.
Ein Hund muss nicht trainiert werden, um zu verstehen, dass du gerade genervt bist, er sieht es an deinem Gesicht, spürt es in deiner Körpersprache, hört es in deiner Stimme, er weiß es, bevor du selbst es manchmal weißt.
Der Unterschied zwischen Training und Leben
Wenn ein Hund bei mir einzieht, erkläre ich ihm die Hausordnung, und zwar im täglichen Leben, ich trainiere keine Situation, ich provoziere keine Situationen zu Trainingszwecken, ich lebe einfach mit ihm zusammen und zeige ihm dabei, wie das Leben hier funktioniert. Wenn mein Hund etwas tut, was er nicht tun darf, bekommt er von mir eine Rückmeldung, wie die aussieht, ist ganz einfach: ehrlich, authentisch, klar, deutlich, so wie ich auch zu einem Menschen sprechen würde, der gerade etwas tut, was ich nicht möchte. Wenn du dich jetzt fragst, wie das konkret aussieht, dann bist du nicht mehr ehrlich und noch weniger authentisch. Du suchst nach einer Gebrauchsanweisung, statt einfach du selbst zu sein.
Versteht er die Worte, die ich sage? Wahrscheinlich nicht alle, aber er sieht an meinem Gesicht, an meiner Körpersprache, und er hört an meiner Tonalität, was mir gerade nicht gefällt, und dann weiß er, dass es mir nicht gefällt, das reicht vollkommen aus.
Das ist kein Training, das ist Leben, das ist Beziehung, das ist Miteinander.
Was Jesper Juul über Gleichwürdigkeit sagt
Der dänische Familientherapeut Jesper Juul beschrieb dieses Prinzip als Gleichwürdigkeit: die Würde des anderen respektieren, ohne die eigene Verantwortung abzugeben, ohne die Führung aufzugeben, die jemand übernehmen muss.
Gleichwürdigkeit bedeutet nicht, dass alle gleich viel entscheiden, es bedeutet, dass alle gleich viel wert sind, dass jeder seine Würde behält, auch wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, auch wenn Grenzen gesetzt werden müssen.
Meine Mutter lebte das, mit den Asylantenkindern, mit den geistig behinderten Kindern, mit meinen Brüdern und mir, und mit den Hunden, sie behandelte alle mit Respekt, aber sie war trotzdem diejenige, die führte, die Entscheidungen traf, die Grenzen setzte, ohne Härte, ohne Demütigung, einfach nur klar.
Juul schrieb: „Wenn Erwachsene sich authentisch verhalten, verstehen Kinder sie, auch wenn sie die Sprache nicht sprechen.“ Das gilt auch für Hunde. Diese Authentizität ist keine Technik, die man in einem Kurs lernen kann, es ist eine innere Haltung, eine Kongruenz zwischen dem, was du fühlst, was du denkst und was du tust.
Und genau diese Kongruenz lesen Hunde, sofort, ohne Training, ohne Erklärung. Sie spüren einfach, ob du echt bist oder eine Rolle spielst.
Das Praxisbeispiel: Der Hund am Zaun
Lass uns konkret werden: Du gehst mit deinem Hund durch den Ort, an einem Grundstück ist ein anderer Hund hinter einem Zaun, der bellt, territorial, aggressiv, laut, dein Hund will zurück, will auch bellen, will sich auseinandersetzen.
Dich stört das, du fühlst die Panik hochsteigen, die Frage in dir: „Was soll ich jetzt tun?“
Du hast zwei Möglichkeiten: Geh woanders lang, wo ist das Problem, du musst dich doch nicht mit dem anderen Hund auseinandersetzen, es besteht keine Notwendigkeit, geh einfach einen anderen Weg, das ist legitim, das ist klug, aber es löst auch nichts.
Oder Möglichkeit zwei: Du kannst nicht anders, du musst diesen Weg entlang, warum auch immer, dann musst du dich damit auseinandersetzen, dann musst du durch diese Situation hindurch.
Was hätte zum Beispiel meine Mutter in der Situation getan? Stell dir vor, hinter dem Zaun wäre ein anderes Kind gewesen, das rumbrüllt und mit Sand schmeißt, und ich hätte angefangen, zurückzubrüllen und mit kleinen Steinen zu werfen.
Die Antwort ist ganz einfach, klar, deutlich und logisch: Sie hätte uns beiden Kindern gleichzeitig klar zu verstehen gegeben, dass man das nicht tut, dass man sich so nicht verhält, das macht man einfach nicht, mehr nicht.
Keine lange Erklärung, kein Training, kein „Wenn du das noch einmal machst, dann...“, einfach nur: Das macht man nicht, und dann wäre sie weitergegangen, ruhig, ohne Zweifel, ohne lange Diskussion.
Und wenn jetzt in dir in diesem Moment die Frage hochsteigt: „Aber wenn die nicht auf mich hören, wenn die nicht auf mich reagieren, mein Hund und der andere Hund, was ist dann?“, dann wird dir klar und deutlich, dass du nicht führst, dass du in Wahrheit nur hoffst, dass es funktioniert, aber nicht die Gewissheit hast, dass es funktioniert.
Meiner Mutter wäre das nie in den Sinn gekommen, die Frage, ob die Kinder auf sie hören, stellte sich nicht, sie führte, und damit war die Sache erledigt.
Und wenn jetzt in dir der Gedanke hochkommt: „Wie hat sie das gemacht, welche Technik hat sie benutzt, was hat sie genau gesagt?“, dann merkst du, dass du schon nur noch in Rezepten denkst, in Gebrauchsanweisungen, in Schritt-für-Schritt-Anleitungen, aber du bist nicht mehr du selbst, du hast dich selbst verloren in dem Dschungel der Ratgeber, Hundeerziehungsbücher und Hundetrainer-Videos.
Du bist nicht mehr du selbst, vielleicht warst du es auch nie.
Die erschreckende Wahrheit: Du hast dich selbst verloren
Das ist die schmerzhafte Erkenntnis, die viele Menschen trifft, wenn sie wirklich hinschauen, wenn sie ehrlich zu sich selbst sind, wenn sie aufhören, sich selbst zu belügen. Du fragst nicht mehr: „Was fühle ich in dieser Situation?“, du fragst: „Was würde Trainer XY jetzt machen?“, du fragst nicht mehr: „Was ist hier gerade richtig?“, du fragst: „Welches Kommando muss ich jetzt geben?“, du fragst nicht mehr: „Wie bin ich?“, du fragst: „Wie soll ich sein?“
Das ist das Ergebnis einer Industrie, die aus Unsicherheit Profit schlägt, die aus der natürlichen Beziehung zwischen Mensch und Hund ein kompliziertes System macht, für das du Experten brauchst, Kurse, Equipment und ständig neue Methoden, die dir versprechen, dass diesmal alles anders wird.
Was die Psychologie über Selbstentfremdung sagt
Der Psychologe Carl Rogers beschrieb dieses Phänomen als Inkongruenz, der Zustand, in dem das, was du fühlst, nicht übereinstimmt mit dem, was du zeigst, in dem du versuchst, jemand zu sein, der du nicht bist, in dem du eine Rolle spielst statt einfach nur du zu sein.
Diese Inkongruenz erzeugt Stress, bei dir und bei deinem Hund, dein Hund spürt, dass du nicht authentisch bist, dass du eine Rolle spielst, dass du versuchst, etwas darzustellen, das du nicht fühlst, und genau deshalb funktioniert es nicht.
Erich Fromm schrieb über die „Flucht vor der Freiheit“, Menschen geben ihre Eigenverantwortung ab an Autoritäten, Systeme, Regeln, weil Eigenverantwortung anstrengend ist, weil es einfacher ist, eine Anleitung zu befolgen, als selbst zu denken, selbst zu fühlen, selbst zu entscheiden.
Aber genau diese Flucht macht dich schwach, macht dich unsicher, macht dich abhängig, und dein Hund spürt das, sofort, er spürt, dass du nicht führst, dass du nur versuchst zu kontrollieren, aber Kontrolle ist keine Führung.
Führung entsteht nicht durch Hilfsmittel
Führung ist viel, viel tiefgreifender und nachhaltiger als jedes Versprechen auf Entertainment, auf schnelle Lösungen, auf magische Techniken, die dir erzählen, dass du nur dieses eine Ding machen musst, und dann wird alles gut.
Führung entsteht nicht durch Leckerlis, nicht durch Clicker, nicht durch Kommandos, nicht durch Trainingspläne, nicht durch Equipment, das du kaufen kannst, Führung entsteht durch Klarheit, durch Authentizität, durch Kongruenz, durch Präsenz, durch Verantwortung, durch dich selbst.
Das kannst du nicht kaufen, das kannst du nicht lernen in einem Wochenendkurs, das musst du sein, das musst du leben, das musst du verkörpern in jedem Moment.
Was Neurobiologie über Führung zeigt
Die Neurowissenschaft zeigt, dass Menschen und Tiere auf Stimmigkeit reagieren, wenn deine Worte, deine Körpersprache, deine Energie und deine innere Haltung übereinstimmen, erzeugt das ein Gefühl von Sicherheit beim Gegenüber, ein tiefes Wissen: Hier ist jemand, auf den ich mich verlassen kann.
Wenn sie nicht übereinstimmen, erzeugt das Stress, der präfrontale Kortex registriert die Unstimmigkeit, das limbische System sendet Alarmsignale: „Hier stimmt etwas nicht, hier ist jemand, der vorgibt, etwas zu sein, das er nicht ist.“
Dein Hund hat diese Systeme genauso, er liest deine Stimmigkeit oder deine Unstimmigkeit, und er reagiert darauf, nicht bewusst, sondern instinktiv, automatisch, so wie wir alle auf Unstimmigkeit reagieren.
Stephen Porges' Polyvagal-Theorie beschreibt, wie das autonome Nervensystem ständig die Umgebung scannt nach Sicherheit oder Gefahr, nicht bewusst, unbewusst, automatisch, dein Hund scannt dich, permanent, und er fragt sich: „Ist dieser Mensch sicher, ist dieser Mensch klar, kann ich mich auf diesen Menschen verlassen?“
Wenn die Antwort ja ist, kann er sich entspannen, kann er sich fallen lassen, kann er dir folgen, wenn die Antwort nein ist, muss er selbst führen, weil jemand führen muss, weil es ohne Führung nicht geht.
Die Rückkehr zu dir selbst
Hier ist die gute Nachricht: Du kannst zurückfinden zu dir selbst, zu deiner Authentizität, zu deiner Klarheit, zu dem Menschen, der du eigentlich bist, wenn du all die Masken abnimmst, die du dir im Laufe der Jahre aufgesetzt hast.
Es ist nicht leicht, es ist manchmal anstrengend, manchmal schmerzhaft, manchmal frustrierend, aber es ist möglich, und es ist der einzige Weg, der wirklich funktioniert.
Wie du erkennst, dass du dich verloren hast
Beantworte diese Fragen ehrlich, ohne dich selbst zu belügen, ohne dir etwas vorzumachen:
Fragst du dich in Situationen mit deinem Hund: „Was würde Trainer XY jetzt tun?“ statt „Was fühle ich jetzt?“, hast du mehr Hundeerziehungsbücher gelesen als du Spaziergänge mit deinem Hund gemacht hast, denkst du in Kommandos statt in Beziehung, fühlst du dich unsicher, wenn du kein Leckerli dabei hast, glaubst du, dass dein Hund ohne Training „nichts lernt“, versuchst du, jemand zu sein, der du nicht bist, wenn du mit deinem Hund unterwegs bist, hast du vergessen, wie es sich anfühlt, einfach nur du zu sein?
Wenn du mehr als drei dieser Fragen mit ja beantwortet hast, dann hast du dich selbst verloren, aber du kannst dich wiederfinden, wenn du bereit bist, ehrlich hinzuschauen.
Die 5 Selbsttests: Finde heraus, wo du wirklich stehst
Jetzt kommt der unbequeme Teil, die Theorie hast du verstanden, aber verstehen ist nicht können, verstehen ist nicht leben, verstehen ist nicht sein.
Hier sind fünf Tests, die dir zeigen, wo du wirklich stehst, mache sie ehrlich, lüge dich nicht selbst an, sei mutig genug, die Wahrheit über dich selbst zu sehen.
Test 1: Kannst du einen Tag ohne Hilfsmittel?
Der Test: Geh heute mit deinem Hund spazieren, ohne Leckerlis, ohne Clicker, ohne Trainingstasche, nur du und dein Hund, nichts sonst.
Was die meisten erleben: Nach fünf Minuten greifst du automatisch in die Tasche, merkst, dass da nichts ist, fühlst eine aufsteigende Panik: „Ich fühle mich nackt ohne Leckerlis“, wenn dein Hund zieht, weißt du nicht, was du tun sollst, weil du jahrelang gelernt hast: „Ziehen bedeutet Leckerli zeigen“, du fühlst dich hilflos, unsicher, verloren.
Warum das wichtig ist: Diese Hilflosigkeit zeigt dir, wie abhängig du von Hilfsmitteln geworden bist, du hast vergessen, wie es geht ohne, du hast vergessen, einfach nur du zu sein, ohne Krücken, ohne Hilfsmittel, ohne irgendetwas außer dir selbst.
Was das bedeutet: Wenn du diesen Test nicht bestehst, und die meisten bestehen ihn nicht, dann weißt du: Du brauchst Begleitung, jemanden, der dich durch diese Hilflosigkeit führt, der dir zeigt, wer du bist, wenn du nichts hast außer dir selbst.
In unseren Seminaren begleiten wir dich durch genau diese Phase, fünf Tage ohne Leckerlis, ohne Trainingstasche, ohne Rezepte, nur du, dein Hund und deine Klarheit, das ist schwerer, als du denkst, aber genau deshalb funktioniert es.
Test 2: Kannst du die richtige Frage stellen?
Der Test: Dein Hund macht etwas, das du nicht willst, er zieht an der Leine, oder bellt einen anderen Hund an, oder springt an dir hoch, welche Frage stellst du dir in diesem Moment: „Was soll ich jetzt machen?“ oder „Wie bin ich gerade?“
Was die meisten erleben: Du stellst automatisch die erste Frage, weil du jahrelang darauf trainiert wurdest, nach außen zu schauen, nach Techniken, nach Rezepten, nach Anleitungen, die Frage nach dir selbst kommt dir gar nicht in den Sinn.
Warum das wichtig ist: Die Frage „Was soll ich machen?“ lenkt dich weg von dir, macht dich abhängig von Experten, von Anleitungen, von Techniken, die Frage „Wie bin ich?“ lenkt dich zu dir, macht dich verantwortlich, macht dich frei.
Was das bedeutet: Wenn du merkst, dass du immer noch die falsche Frage stellst, dann hat die Hundeerziehungsindustrie gewonnen, du denkst in Rezepten, nicht in Beziehung.
In unseren Seminaren lernst du, die richtige Frage zu stellen, nicht theoretisch, sondern in echten Situationen, wenn dein Hund gerade zieht, wenn ein anderer Hund kommt, wenn es unübersichtlich wird, wir fragen dich dann: „Wie bist du gerade?“, und du lernst, ehrlich zu antworten.
Test 3: Kannst du mit deinem Hund reden wie mit einem Kind?
Der Test: Dein Hund tut etwas, das du nicht möchtest, sag ihm, dass er es lassen soll, aber nicht mit einem Kommando, mit einem Satz, so, wie du mit einem Kind reden würdest.
Was die meisten erleben: Du sagst: „Nein“ oder „Aus“ oder „Pfui“, aber das ist kein Satz, das ist ein Kommando, wenn du versuchst, einen Satz zu sagen, fühlst du dich albern: „Das versteht er doch eh nicht“, also bleibst du bei Kommandos.
Warum das wichtig ist: Kommandos sind die Sprache der Konditionierung, Sätze sind die Sprache der Beziehung, meine Mutter sagte zu mir: „Geh mir vor die Füße weg, sonst trete ich dir drauf“, das ist klar, das ist ehrlich, das ist menschlich, sie sagte nicht: „Weg!“, das wäre ein Kommando gewesen.
Was das bedeutet: Wenn du nicht in der Lage bist, mit deinem Hund in ganzen Sätzen zu reden, dann hast du verlernt, wie Beziehung funktioniert, du sprichst die Sprache der Technik, nicht die Sprache des Lebens.
In unseren Seminaren zeigen wir dir, wie du diese Sprache wiederfindest, nicht durch Theorie, sondern indem du es tust, in echten Situationen, und wir geben dir direktes Feedback: „Das war echt, das war gespielt.“
Test 4: Kannst du durch schwierige Situationen gehen statt drumherum?
Der Test: Es gibt diese eine Situation, die du mit deinem Hund meidest, der Weg, wo immer der andere Hund bellt, die Hundebegegnung, vor der du Angst hast, der Ort, wo dein Hund ausflippt, geh heute genau dort hin, nicht drumherum, durch.
Was die meisten erleben: Du gehst einen anderen Weg, weil es „vernünftig“ ist, weil es „keinen Sinn macht, den Hund zu stressen“, aber in Wahrheit gehst du einen anderen Weg, weil du Angst hast, weil du nicht weißt, was du tun sollst, weil du nicht führst.
Warum das wichtig ist: Vermeidung löst kein Problem, sie verschiebt es nur, dein Hund lernt nicht durch Vermeidung, er lernt durch Erfahrung, durch echte Situationen, durch deine Klarheit in genau dem Moment, in dem es schwierig wird, wenn du Situationen vermeidest, führst du nicht, du weichst aus.
Was das bedeutet: Wenn du merkst, dass du bestimmte Situationen systematisch meidest, dann weißt du: Du traust dir nicht, du traust dir nicht zu, zu führen.
In unseren Seminaren gehst du durch diese Situationen, nicht auf dem Hundeplatz, wo alles kontrolliert ist, sondern im Wald, in der Stadt, im Restaurant, dort, wo das Leben passiert, und wir begleiten dich dabei, nicht mit Rezepten, sondern mit der Frage: „Wie bist du gerade, führst du oder weichst du aus?“
Test 5: Kannst du einen Monat ohne Ratgeber überleben?
Der Test: Ab heute keine Hundeerziehungsbücher mehr, keine Youtube-Videos, keine Trainer-Tipps, keine Facebook-Gruppen, nur du und dein Hund, für einen Monat.
Was die meisten erleben: Nach drei Tagen schaust du das erste Youtube-Video: „Nur mal kurz nachschauen, was man bei XY macht“, nach einer Woche liest du wieder in einem Buch: „Nur mal kurz nachlesen, wie das mit dem Rückruf funktioniert“, nach zwei Wochen bist du wieder voll dabei, weil du süchtig bist, süchtig nach Anleitungen, nach Rezepten, nach der Illusion, dass jemand anders die Lösung für dich hat.
Warum das wichtig ist: Solange du ständig nach außen schaust, wirst du nie nach innen schauen, solange du andere fragst „Was soll ich tun?“, wirst du nie dich selbst fragen „Wer bin ich?“, die Ratgeber halten dich klein, sie halten dich abhängig, sie halten dich davon ab, dir selbst zu vertrauen.
Was das bedeutet: Wenn du diesen Test nicht bestehst, und die meisten bestehen ihn nicht, dann weißt du: Du hast dich tiefer verloren, als du dachtest.
In unseren Seminaren gibt es keine Ratgeber, keine Theorie am Flipchart, keine Rezepte zum Mitnehmen, nur echte Situationen und die Frage: „Wie gehst du damit um, nicht wie würde Trainer XY damit umgehen, sondern wie gehst du damit um?“, fünf Tage ohne Anleitungen, das ist für die meisten die größte Herausforderung, größer als der Hund, größer als die Situationen, aber genau das bringt dich zurück zu dir selbst.
Warum die meisten an diesen Tests scheitern (und warum du Begleitung brauchst)
Wenn du die fünf Tests gemacht hast, weißt du jetzt wahrscheinlich: Du schaffst es nicht, einen Tag ohne Leckerlis auszukommen, du stellst dir immer noch die falsche Frage, du redest in Kommandos statt wie mit einem Kind, du gehst schwierigen Situationen aus dem Weg, du kannst keinen Monat ohne Youtube-Videos überleben.
Und das ist okay, du bist nicht gescheitert, du bist nur ehrlich zu dir, die Wahrheit ist: Den Weg zurück zu dir selbst schaffst du nicht alleine.
Warum nicht?
Du siehst dich selbst nicht. Du merkst nicht, wenn du inkongruent bist, wenn du eine Rolle spielst, wenn du dich verstellst, du denkst, du bist klar, aber dein Hund spürt: Du bist unsicher, du denkst, du bist authentisch, aber dein Hund spürt: Du spielst jemanden, der du nicht bist, du brauchst einen Spiegel, und dein eigener Hund reicht nicht.
Dein Hund gibt dir nicht das richtige Feedback. Er zeigt dir, dass etwas nicht stimmt, er zieht, er bellt, er hört nicht, aber er zeigt dir nicht, was genau nicht stimmt, und schon gar nicht, wie du es änderst, du brauchst jemanden, der dir sagt: „Hier, genau hier, in diesem Moment warst du weg, du warst nicht präsent, du hast eine Rolle gespielt.“
Alte Gewohnheiten sind stärker als gute Vorsätze. Du nimmst dir vor: „Ab morgen ohne Leckerlis“, nach drei Tagen hast du die Tasche wieder dabei: „Nur für den Notfall“, nach einer Woche ist alles wie vorher, weil Veränderung nicht durch Vorsätze geschieht, sondern durch Begleitung, durch jemanden, der dich daran erinnert, wer du sein willst, der dich durch die schwierigen Momente führt.
Deshalb gibt es unsere Seminare
Nicht, um dir mehr Theorie beizubringen, die hast du jetzt, sondern um dich zu begleiten, durch die Hilflosigkeit, durch die Unsicherheit, durch das Gefühl: „Ich weiß nicht, wie das geht.“
Was passiert im Seminar:
Fünf Tage ohne Leckerlis, ohne Trainingstasche, ohne Youtube, im echten Leben, im Wald, in der Stadt, im Restaurant, nicht auf dem Hundeplatz, direkte Begleitung, wir zeigen dir in Echtzeit, wo du stehst und wie du weiterkommst, maximal drei Teams, keine Massenabfertigung, sondern individuelle Arbeit an deiner Haltung, an deiner Authentizität.
Am ersten Tag sind die 20 Alaskan Huskys dabei, die zeigen dir sofort und gnadenlos ehrlich, ob du authentisch bist oder eine Rolle spielst, danach arbeiten wir mit dir und deinem Hund dort, wo das Leben passiert, wo die echten Situationen sind.
Der Unterschied:
Blog bedeutet, du verstehst die Theorie, Seminar bedeutet, du lernst die Umsetzung in echten Situationen, danach lebst du es, weil du es verinnerlicht hast, weil du dich selbst gefunden hast.
Du gehst nicht nach Hause mit neuen Kommandos oder Techniken, du gehst nach Hause mit dir selbst, mit deiner Klarheit, mit deiner Authentizität, und das verändert alles.
➔ Mehr über unsere Wochenseminare
Zusammenfassung in 5 Punkten (TL;DR)
Hunde lernen durch Kontext, nicht nur durch Konditionierung, die Wissenschaft zeigt: Kontextlernen ist schneller und nachhaltiger als isoliertes Training, dein Hund liest deine Authentizität, nicht deine Worte.
Meine Mutter sprach keine Fremdsprache, führte aber Kinder aus anderen Ländern, geistig behinderte Kinder und Hunde, nicht durch Techniken, sondern durch Klarheit, durch Authentizität, durch Gleichwürdigkeit.
Du hast dich selbst verloren im Dschungel der Ratgeber, Trainer-Videos und Hundeerziehungsbücher, du fragst nicht mehr „Wer bin ich?“, sondern „Was soll ich tun?“, du denkst in Rezepten statt in Beziehung.
Die 5 Selbsttests zeigen dir die Lücke zwischen Verstehen und Können, zwischen Theorie und Leben, zwischen dem, was du weißt, und dem, was du bist.
Der Weg zurück braucht Begleitung, du siehst dich selbst nicht, alte Gewohnheiten sind stärker als Vorsätze, deshalb gibt es unsere Seminare, fünf Tage im echten Leben, ohne Rezepte, ohne Hilfsmittel, nur du und deine Klarheit.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Aber mein Hund muss doch Kommandos lernen, oder?
Nein, muss er nicht, Kommandos sind Hilfsmittel, Beziehung ist die Basis, wenn die Beziehung stimmt, brauchst du kaum Kommandos, dein Hund folgt dir, weil er dir vertraut, nicht weil du „Sitz“ sagst.
Wie soll das ohne Training funktionieren?
Genau wie Kinder ohne „Training“ lernen, nicht mit Sand zu werfen, durch Kontext, durch echte Situationen, durch klare Rückmeldungen im Moment, nicht auf dem Trainingsplatz, sondern im Leben.
Was ist, wenn mein Hund nicht „hört“?
Dann führst du nicht, die Frage ist nicht „Warum hört mein Hund nicht?“, sondern „Warum bin ich nicht klar genug, dass er mir folgen kann?“, das ist die unbequeme Wahrheit.
Ist das nicht zu hart für den Hund?
Im Gegenteil, Klarheit ist liebevoll, Authentizität ist respektvoll, was hart ist, ist Inkongruenz, wenn du etwas vorgibst, das du nicht fühlst, das verwirrt deinen Hund und macht ihn unsicher.
Wie lange dauert es, bis ich wieder ich selbst bin?
Das hängt davon ab, wie lange du dich schon verstellt hast, aber der Prozess beginnt sofort, mit der Entscheidung: „Ich höre auf, eine Rolle zu spielen.“
Funktioniert das auch bei „schwierigen“ Hunden?
Gerade bei sogenannten „schwierigen“ Hunden, weil diese Hunde oft einfach nur verwirrt sind, sie hatten noch nie jemanden, der wirklich klar war, der wirklich führte, der wirklich authentisch war.
Was, wenn ich nicht weiß, wie ich „authentisch sein“ soll?
Dann fang an mit der Frage: „Was fühle ich gerade?“, nicht „Was soll ich tun?“, sondern „Was fühle ich?“, das ist der erste Schritt zurück zu dir selbst.
Fazit: Die Weisheit deiner Großmutter
Meine Mutter sprach kein Englisch, aber sie führte Kinder aus fremden Ländern, sie führte geistig behinderte Kinder, sie führte meine Brüder und mich, und sie führte Hunde, mit derselben Klarheit, derselben Authentizität, derselben Ehrlichkeit.
Keine Technik, keine Hilfsmittel, nur sie selbst, und genau das ist der Schlüssel, den die moderne Hundeerziehung vergessen hat.
Du brauchst keine neuen Techniken, keine neuen Kurse, keine neuen Hilfsmittel, du brauchst nur dich selbst, klar, ehrlich, authentisch, so wie deine Oma es wahrscheinlich war, so wie Menschen es über Jahrtausende waren, bevor die Hundeerziehungsindustrie ihnen eingeredet hat, dass Beziehung kompliziert sein muss.
Es ist nicht kompliziert, es ist einfach, es ist nur verdammt schwer, weil es bedeutet, dass du aufhören musst, dich zu verstellen, dass du anfangen musst, du zu sein.
Aber genau das ist der einzige Weg, der wirklich funktioniert.
Möchtest du lernen, wer du bist, wenn du keine Rezepte hast?
In meinem Buch „Vorne gucken, gehen!“ beschreibe ich, wie Führung entsteht, wenn du aufhörst, eine Rolle zu spielen.
In unseren Wochenseminaren arbeitest du genau daran: an deiner Authentizität, deiner Klarheit, deinem Mut, du selbst zu sein.
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